Gedanken, die man besser nicht denkt

Es ist als geht mein Traum in Erfüllung. Oops, es ist mein Traum, der in Erfüllung geht. Einen beschissenen Tag noch. Nur etwas über 12 Stunden und ich weiß, ob ich lebe oder sterbe. So fühlt es sich zumindest an. Frei sein oder weiter im Käfig eingesperrt vor sich hin leben.
Um ehrlich zu sein, ist es längst zu spät. Es geht nicht mehr zurück. Es ist nicht so, als würde ich auch nur einen blöden Millimeter zurück gehen. Ich will nur nach vorn und ich habe Angst, dass etwas dazwischen kommt. Seit Wochen arbeite ich auf eine Entscheidung hin und nun soll morgen der Tag sein? Ich habe einen Plan B. Ich bin nicht blöd. Natürlich habe ich etwas in der Hinterhand falls alle Stricke reißen, denn zurück will ich nicht. Auf gar keinen Fall. Niemals.
Dieser Druck, den ich seit Monaten mit mir herumschleppe, der scheint meinen Brustkorb zu sprengen. Ich will mich nicht zu früh freuen, vielleicht kommt doch noch was dazwischen. Ich habe alles nicht nur perfekt geplant, das Timing ist besser denn je. Es geht Schlag auf Schlag. Da ein Okay, da ein Anruf und es ist, als wäre diese Woche schon am Montag die Woche meines Lebens. Vielleicht freue ich mich doch zu früh. Es gibt kein zurück, ich finde einen Weg.


Fotostrecke "Roß und Hügel Fotografie"


Endlich wieder schicke Fotos von mir, endlich habe ich es geschafft und endlich eine Fotografin gefunden, die einfach super ist. Mit Pi von Roß und Hügel Fotographie habe ich mich am Sonntag spontan getroffen. 
Von der Sternschanze schlenderten wir über das Heiligengeistfeld, runter zu Parkfiction bis wir am Fischmarkt den Sonnenuntergang nutzen. Der Nachmittag war sicher romantischer als so manch anderer Spaziergang mit irgendwelchen dahergelaufenen Dates.
Ruckizucki habe ich die Bilder bekommen, großartig. Ich freue mich irre. Aber seht selber. Natürlich bin ich kein Profi und erst recht kein Topmodel, aber dafür finde ich es schon sehr gelungen. 










Die Ironie unseres Lebens, erläutert von Facebook

Das Internet macht alles möglich. Ein Freund behauptete Mal nach einer Flut von Space-Glitzer-Katzenbildern, dass das Internet für mich erfunden wurde. So ist es. Ich bin ein durch und durch durchtriebener Mensch.
Ich sitze nach der Arbeit meist auf dem Sofa vor meinem Laptop. Nach 12h Arbeit und dem Essen kochen bleibt eben meist nicht mehr viel übrig.
Mein Facebook-Newsfeed wird von Buzzfeed dominiert. Alle englischsprachigen Länder, nicht das aus Deutschland. Die Deutschen sind immer doof und langweilig.
Vor einigen Minuten ist mir bewusst geworden, wie amüsant mein Leben doch eigentlich ist. Oder eben unser aller Leben.
Am Sonntag ging "Pegida" wieder auf die Straße. Abgesehen von dem dümmlichen Namen und den ebenso dummen Veranstaltern, hielt auch ich diese Entwicklung für bedrohlich. Diese Woche spazierten sie am Sonntag. Am Montag dann sahen sich die meisten auf dem "Bunt und Offen"-Spektakel die Vorführungen an. Sonntag kam eh kaum einer. Ich fand mich laut lachend in meinem Wohnzimmer wieder und verstand nicht, wie ich diese offensichtlichen Volltrottel für eine Bedrohung halten konnte. Andere Städte bewiesen schon lange wie wichtig ihnen die Offenheit ist und die Zahlen der Demonstrationsteilnehmer belegten dies auch, Sachsen bewies nur, dass es immernoch braun ist. Dumm und Braun.
Ich scrollte ein bisschen und fand einige Pinnwandeinträge von Menschen, die Facebook zeigen mussten wie sehr sie irgendwen liebten. Dabei fiel mir auf, dass es schon deren 10. beste Freundin in 3 Wochen war. Ich lachte wieder.
Zwischendurch fand ich wieder die Fratze von "Bonnie Strange", die in ihrem Cracknutten-90er-Look wieder irgendeine supercoole trashy bling TV-Show promotete. Victoria van Violence pormotete ihren Taff-Auftritt, den ich zwar ganz süß fand, aber wieder werden ja alle nur gemobbt, weil sie "anders" sind. BULLSHIT.
Dann gibt es noch die, die sich wegen der neuen Richtlinien wieder mich ach und krach bei Facebook abmelden und nach 3 Wochen ihren Account reaktivieren, weils ohne ja doch zu langweilig ist. Marionetten. Postet doch ein Bild, auf dem steht, dass ihr euch den Richtlinien widersetzt und überlegt nochmal, wo der Sinn dabei ist, wenn ihr doch mit dem einloggen den Richtlinien zustimmt.

Katzenbilder und meine Freunde brachten mich wieder zum Schmunzeln und als ich meine Mama anrief und die mir sagte, dass ich aufhören sollte meine Zeit für Vorstellungsgespräche zu vergeuden und lieber ein Wochenende mit ihr wegfahren möchte, war ich wieder froh, dass ich bei meiner Mama für immer 14 Jahre alt sein werde.
Was habe ich doch eigentlich für ein schönes Leben in dieser dümmlichen eintönigen Welt. Sagen wir nicht "Welt", es ist ja nur Deutschland und ein Großteil von Europa.
Habt ihr schon gehört, dass die linken Griechen nun eine Koalition mit Rechtspopulisten als Staatsoberhaupt haben? Die haben Probleme. Von hier aus betrachtet klingt es oberflächlich nur wieder extrem ironisch.
"Mr. Play it Safe was afraid to fly. He packed his suitcase and kissed his kids goodbye. He waited his whole damn life to take that flight and as the plane crashed down he thought "Well, isn't this nice." 


Genau so kommt mir mein Leben grade vor. Nur stehe ich auf einem Podest und gucke von oben zu wie alles sich selber zerstört. Es gefällt mir. Es ist nicht so, als würde ich mich schlauer fühlen als manch anderer und zwischen den ganzen Studenten, die mit ihrem Protzleben aus Muttis Tasche angeben, finde auch ich ab und zu einen Krümel Neid. Nunja, eher einen Sack. So groß wie das Empire State Building. Aber ich habe immerhin die Kontrolle und den Überblick über mein Handeln. Unsere Köpfe sind alle endlos widersprüchlich, doch das soll bei uns bleiben und nicht bei Facebook, bei Arbeitskollegen oder Freunden, die gar keine sind, weil sie nach Tagen oder Wochen weiterziehen. 

Ich werde hier oben weiter zusehen, denn ich weiß immerhin wer ich bin und was ich will. Das reicht mir für den Anfang. Und, achja, die Katzen. 

Wie würdest du das mit uns beschreiben?

Dates über Dates und plötzlich merkt man, dass man den einen schon seit einem Monat datet. Meist kommt doch schnell die Ansage "Du, für mich ist das eher was lockeres", doch ab und an taucht dieses Thema nicht auf. Ich bin da froh drum. Ich bin in der Hinsicht eine Frau - ich weiß nicht was ich will. Ich habe Angst mich auf etwas einzulassen und bisher war ich immer froh, dass ich zu recht diese Angst hatte.

Nun kam diese Frage von ihm. Per Whatsapp, nebenbei im Gespräch. "Was ist das eigentlich mit uns?". Schweißausbrüche, Gänsehaut, Panik, ein leerer Kopf. Ich nahm mir einige Stunden Zeit bis ich antwortete. Eine Gegenfrage kommt da nicht in Frage. Ich schrieb: "Ich find's grade schön wie es ist. Ich mach mir da auch keine Hoffnungen und erwarte nichts, weil ich nicht weiß, was du willst." Nichts halbes und nichts ganzes. Kein direkter Rückzug und nichts überstürztes.
"Ich bin nicht auf der Suche nach etwas Festem, wollte das nur mal klarstellen." kam als Antwort.

Bum. Bang. Wie in einem Comic stießen die Rauchwolken auf und einen Tag später häng ich immernoch wütend in der Luft.
Ich erwarte wirklich nichts, das ist nicht gelogen, aber ein bisschen Hoffnung hat man doch immer. Es ist viel zu früh, man kennt sich viel zu wenig um irgendwie in die Zukunft zu denken. Wieso also gleich alles runterreden? Ich bin über diese Phase hinweg, in der ich immer über alles reden musste. Ich rede immer viel zu viel, aber ich habe mir angewöhnt mehr über belanglosen Quatsch zu reden als über Gefühle. Die behält man besser für sich. So wirke ich manchmal zwar ein wenig dämlich, aber naiv zu wirken und in Wirklichkeit knallhart zu sein, bringt einen doch gut vorran.
Zurück zum Thema: Ich bin der ehrlichste Mensch der Welt. Ich schweige zwar gern um nicht zu lügen, aber sobald ich gefragt werde, antworte ich ehrlich. Ich bin kein naives Mädchen mehr, dass sich nach zwei Wochen verknallt und selbst wenn man mit mir zwei Monate ununterbrochen Zeit verbringt, werde ich nie auf mehr hoffen oder das Thema anschneiden.
Aus diesem Grund enttäuscht es mich so sehr, wenn man gleich am Anfang sagt "Ich will eher was lockeres." Das schreit nach "Wir verstehen uns super, aber eigentlich bist du mir egal, vergiss das ja nicht!" Es ist ein Tritt ins Gesicht. Man muss ja nicht immer gleich heiraten. Wir sind jung und wir können diese Zeit genießen. Es kann natürlich passieren, dass sich der andere verliebt, aber dann ist das eben so und vielleicht passt es, vielleicht passt es nicht.

Ich plädiere dafür, dass wir aufhören vor allem Angst zu haben. Diese Angst verletzt zu werden oder die Angst jemand anderen zu verletzten. Wir sind groß und stark und wissen, dass man an einem gebrochenen Herzen nicht stirbt. Auch wenn es sich manchmal so anfühlt, als wäre es einfacher, wenn wir daran sterben würden. Das ist der normale Kreislauf des Lebens. Wir verletzten andere und werden wieder verletzt. Manchmal mehr, manchmal weniger.
Wir sollten spontaner sein und uns überraschen lassen. Wenn der Schuh drückt, dann raus damit. Aber etwas rauszuhauen, zu dem man selber keine Meinung hat oder haben kann, das nervt. Grade in Zeiten, wo zwischen zwei Menschen alles toll läuft. Nicht unbedingt nach einem perfekten Wochenende. Hebt euch das für schlechte Zeiten auf.





Wann fängt das Leben an und wie alt bin ich eigentlich?

Ich weiß nicht, ob ich nun in einer Midlife-Crisis oder der Pubertät stecke. Mal ehrlich. Ich bin 20 Jahre alt, behaupte mich jeden Tag in einer Männer-Domäne und weiß grade gar nicht so richtig wo vorne und wo hinten ist.

Ich hatte zwei Wochen Urlaub, diese hab ich genutzt um noch mehr in meinem Nebenjob zu arbeiten. Wofür? Für ab und an ein wenig Luxus, in Form von Unternehmungen und für mein Auto.
Heute ist es nun soweit. Die Nachricht des Todes, vor der ich so lange Angst hatte. Es ist vorbei. Ein weiterer Monat mit meinem geliebten Ford Fiesta, den ich von meinem Opa erbte. Dann ist Finito. Ein Bastlerauto, dass den wirtschaftlichen Totalschaden erreicht hat.

Das bedeutet für mich, dass ich noch mehr arbeiten muss. Aber der Tag hat nur 24 Stunden und die Woche nur 7 Tage. Dieses Wochenende habe ich wieder Vorstellungsgespräche.

Ich habe Angst davor, dass das nicht aufhört. Möchte ich meine Träume verwirklichen stehen mir mindestens weitere 6 Jahre bevor ohne großartiges Einkommen. Doch sind das meine Träume oder ist es das beste, was ich aus meiner Situation machen kann?
Endlich habe ich den Fachbereich gefunden, der mich am meisten interessiert und somit Zukunftschancen und Wege mich weiterzubilden. Aber möchte ich nicht viel lieber ins Ausland? Was von der Welt sehen? Wann kommt das? Nach dem Studium, wenn ich alt genug bin um dann irgendwann vielleicht eine Familie zu haben?
Warum bin ich auf einmal eigentlich so vernünftig und mache mir jetzt schon täglich Sorgen darum, dass mein Leben viel zu kurz ist?

In letzter Zeit fühle ich mich ständig fehl am Platz. Keiner da, der mit mir zum Spazieren gehen in den Harz oder an die Ostsee fahren will, weil sie sich alle bis morgens auf irgendwelchen Partys irgendwas reinknallen. Wenn sie mich fragen, ob ich mitkommen will, dann muss ich arbeiten. Das finde ich grade vernünftiger als Geld auszugeben.
Ich rede mit meinen Katzen mehr als mit meinen Freunden und ich schaue mir am liebsten Dokumentationen an. Wie verhält man sich eigentlich in meinem Alter und was hat man für Interessen?

Nun ist also das Auto hin (Meine Mama ist die Beste, sie kümmert sich darum und hat sofort 10.000 Lösungen parat während ich noch heulend, in Selbstmitleid badend auf dem Sofa hänge). Mein Glätteisen ist kaputt, mein Laptop macht nicht mehr lange und meine Katzen müssen wieder zum Tierarzt. Ich wollte auf Konzerte, dieses Jahr mal wieder in den Urlaub. Ich sehe alles schwinden. Ein toller Tag zum Schwarzmalen.

Ich weiß, dass man sein Leben nicht so ernst nehmen sollte und erst recht nicht alles verplanen, aber ich habe mittlerweile so viel Angst davor etwas unvernünftiges zu tun. Ich bin ein richtiger Spießer. Hört das auch mal wieder auf?

Da ihr euch alle mehr oder weniger in meinem Alter befindet, wäre es toll, wenn ihr mal euren Senf dazu geben würdet. Schreibt mir eine Mail an judeysway@yahoo.com mit dem Betreff "Vernünftig" und erzählt mir wie ihr die Sache mit dem Alter wahrnehmt und wovor ihr am meisten Angst habt. Ihr würdet mir damit sehr helfen!